Fördertopf 2018

Auch im Jahr 2018 haben sich wieder viele Vereine, Initiativen und Projekte mit ehrenamtlichem Bezug bei uns gemeldet und sich um finanzielle Hilfe aus dem Fördertopf der Stiftung Haus im Park (SHiP) beworben. Bei den genehmigten Anträgen haben sich folgende drei Schwerpunkte herausgebildet:

-Förderung von Projekten für Menschen mit geringem Einkommen
-Förderung von Projekten mit Integrationscharakter und
-Förderung von kulturellen Projekten

in unserem Bezirk.

Seit nunmehr vier Jahren kümmert sich die Flüchtlingshilfe Kirchwerder um die Bewohner der Wohnunterkunft auf dem Sülzbrack. Mithilfe unserer Förderung von 1000€ konnte der Verein Besuche der Kinder ins Planetarium, zu Hagenbeck oder auf den Hamburger Dom und anderen Zielen durchführen.
Mit dem Förderverein Vierländer Ewer haben wir vereinbart, Fahrten für Menschen mit geringem Einkommen durchzuführen. In 2018 haben 20 Mädchen aus dem Projekt „Dolle Deerns“ eine von der SHiP finanzierte Tour in den Hamburger Hafen mit dem Ewer durchführen können.

Die Bergedorfer Engel kümmern sich ehrenamtlich um die Versorgung von Obdachlosen an verschiedenen Schwerpunkten in der Hamburger Innenstadt: vierzehntägig wird selbstgekochtes Essen und Trinken, aber auch notwendiges Material wie Schlafsäcke, Kleidung, Hygieneartikel usw. ausgegeben. Das haben wir mit 2000€ unterstützt.

Seit 16 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche in Neuallermöhe für die Betreuung von Obdachlosen. Nachdem wir im vergangenen Jahr den Kauf von 10 Matratzen gefördert haben, wurden in 2018 neue Winterstiefel für neun Bewohner beschafft.
bz-Artikel

Dann haben wir die Vereine KulturLeben und KulturistenHOCH2  gefördert, die sich ehrenamtlich dafür engagieren, dass Menschen mit geringem Einkommen kostenlos an kulturellem Leben wie einem Theater- oder Opernbesuch, einem Rockkonzert oder einem Kabarett-Abend teilnehmen können.

Wie in den letzten drei Jahren haben wir die Kunstinitiative Brookkehre unterstützt, die mit den Kindern der Wohnunterkunft Brookkehre Trickfilme produziert.

Neben diesen Beispielen haben wir noch die Aktivitäten weiterer Vereine und Projekte unterstützt:

Bergedorfer für Völkerverständigung: Schwimmkurs für arabische Frauen
Stadtinsel e.V.: 1:1-schulische Betreuung von Kindern in Bergedorf-West
LOLA e.V.: Projekt „Hello world“, ein internationales Musikprojekt, Ost trifft auf West
Eintrittskarten für das ehrenamtlich organisierte Musical „Der Drachenkönig“
Stadtteilverein Lohbrügge: 6. Lohbrügger Fest der Kulturen
Kultur- & Geschichtskontor: Erinnerungsprojekt an 652 ermordete sowjetische Kriegsgefangene
und noch einige mehr.

Wir bemühen uns, über alle geförderten Projekte und Vereine auf unserer Homepage im Einzelnen zu informieren, für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.

Aktuelles

Corona und Ehrenamt: ein Bericht aus der Fahrradwerkstatt Kirchwerder

Die Fahrradwerkstatt der Wohnunterkunft Sülzbrack muss den Betrieb einschränken

 

Fahrradhelfer

© Diekmann

Fahrräder werden gebraucht: deshalb haben sich einige Ehrenamtliche aus Kirchwerder engagiert und gemeinsam mit Erwachsenen und Kindern aus der Wohnunterkunft Fahrräder aller Größen repariert und im Anschluss kostenfrei weitergegeben. Aber COVID-19 hat dem Projekt einen Strich durch die Rechnung gezogen. Waren die Ehrenamtlichen aus der Fahrradwerkstatt der Wohnunterkunft in Kirchwerder im Juni 2020 noch optimistisch, weiter den großen Bedarf an Fahrrädern in der Unterkunft zu erfüllen, kam mit dem Lockdown das „Aus“ auch für dieses Projekt. Der Betreiber der Wohnunterkunft (Fördern & Wohnen) hat zum Schutz der Engagierten alle Projekte der Ehrenamtlichen eingestellt.

Nun erreicht uns ein Bericht des „Einzelkämpfers“, Reinhard Marquardt (79), der kurzerhand kreativ geworden ist und „sein“ Projekt modifiziert hat:


Zuerst darf ich noch ein Dankeschön aussprechen, auch im Namen der Flüchtlingshilfe Kirchwerder. 
Fördern & Wohnen hat die Arbeit aller Ehrenamtlichen naturgemäß in dieser Zeit sehr eingeschränkt bis untersagt. Obwohl ich „Einzelkämpfer“ bin, kam meine Tätigkeit in der Einrichtung praktisch zum Erliegen; zumal ich mich mit 79 Jahren auch selbst schützen möchte. 
De facto habe ich eine Notwerkstatt zuhause eingerichtet und hole nur ab und an Ersatzteile und Werkzeuge aus der Einrichtung. Mit besonderen Schutzmaßnahmen gebe ich auch Räder an Bewohner ab. 
Dabei erkenne ich immer wieder den hohen Bedarf an Reparaturen und auch Rädern. 
Die Anzahl der gespendeten Räder ist hoch. Ich lagere und repariere sie zuhause. Die Werkstatt in der Einrichtung ist überfüllt mit fertigen und noch zu reparierenden Rädern. 
Ausgaben seit der Spende sind ca. 170€, weil ich noch gut aus Ersatzteil-Beständen schöpfen kann. 
Wie wir alle freue ich mich auf das Ende der nötigen Einschränkungen. 

Mit freundlichen Grüßen 
Reinhard Marquardt 

 

Die Stiftung Haus im Park (SHiP) hat das Projekt im vergangenen Jahr ermutigt durchzuhalten und eine Förderung in Höhe von 2.000€ beschlossen: für Ersatzteile und Werkzeug. Toll, dass Herr Marquardt versucht, den Betrieb „auf Sparflamme“ aufrecht zu erhalten. Und wir sind sicher, dass nach der Pandemie Fahrräder weiterhin gebraucht werden. Wahrscheinlich noch dringender als vorher. Wir drücken die Daumen!
 

Hier finden Sie den Beitrag aus der Bergedorfer Zeitung.