Gemeinschaftsprojekt aus Bergedorf erinnert an 652 ermordete sowjetische Kriegsgefangene

Die SHiP fördert das Erinnerungsprojekt mit 2000€

Frau Dr. Nele Maya Fahnenbruck (rechts), Projektbeauftragte und Bildungsreferentin vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., sowie drei der Schüler/innen: von rechts: Lazar Walleneit (Jg 10), Emilia Waterstradt (Jg11) und Alyssa Röhrl (Jg 9). Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (links) und Schulsenator Ties Rabe (2. von rechts) am Volkstrauertag am sowjetischen Ehrenmal auf dem Bergedorfer Friedhof Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.


Ein Gemeinschaftsprojekt aus verschiedenen Einrichtungen (eine Gruppe von etwa 50 Schülern und Schülerinnen aus der Stadtteilschule Bergedorf unter Anleitung von Gerda Schmidt, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Kultur- & Geschichtskontor Bergedorf) hat sich vor 2 Jahren vorgenommen, die Geschichte des weitgehend vergessenen Gräberfelds von 652 sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Bergedorfer Friedhof aufzuarbeiten.
Die mindestens 652 Kriegsgefangenen, die dort bestattet sind, wurden im Herbst 1941 nach Neuengamme verschleppt. Die meisten von ihnen starben im KZ Neuengamme an Hunger, Krankheit und gezielten Tötungen. Viele weitere starben in verschiedenen Arbeitskommandos bei Firmen in Bergedorf und Lohbrügge.
Das Gräberfeld und die Grabsteine wurden in gemeinsamer Arbeit geputzt und die Namen wieder lesbar gemacht. In vielen workshops wurde versucht, die Entstehung des Gräberfelds zu dokumentieren sowie verschiedene Einzelschicksale aufzuarbeiten und sichtbar zu machen.

Gedenkfeier am Volkstrauertag 

Anläßlich des Volkstrauertags am 18.11.2018 hat das Projekt am Ehrenmal an die Toten erinnert und einen ersten Flyer mit Informationen vorgestellt. Das Projekt wird auch vom Bezirksamt unterstützt: „Das Projekt gibt den Opfern ihre Namen zurück. Sie zu würdigen und auch Einzelschicksale nicht zu vergessen, ist wichtig“, sagt Bezirksamtleiter Arne Dornquast.
Die Stiftung Haus im Park hat im Juni 2018 beschlossen, dieses wichtige bürgerschaftliche Engagement mit 2000€ zu fördern. Damit soll die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts unterstützt werden.
Die Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur aufrechtzuerhalten, erscheint uns um so wichtiger, als heute mit der AfD eine Partei im Bundestag sitzt, die den Mord an 6 Millionen Juden und den Tod von 50 Millionen Soldaten und Zivilisten als „Fliegenschiss“ der deutschen Geschichte bezeichnet.

Den Flyer, den die Initiative in deutscher und russischer Sprache erstellt hat, veröffentlichen wir hier.