Neue Winterstiefel für die Obdachlosen im Container-Dorf Neuallermöhe

Seit 16 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche in Neuallermöhe für die Betreuung von Obdachlosen. Das Projekt hat jede Unterstützung verdient, finden wir.

sitzend von links nach rechts: Sascha, Jörg, Ecki und Göhsin

von links nach rechts: Teamerin Evelyn Adam, Claudia Schüttfort, Pastorin Annette Sandig, Teamleitung Frank Müller, Teamerin Gabi Dobratz, Wido Schüttfort, Ulrich Wolgast (SHiP-Vorstand), Dirk Hillmann (Geschäftsführer Schüttfort Bergedorf), zweite Teamleitung Jens Wagner (Bugenhagen Gemeinde)

Am 19.12.2018 bekam das Schuhhaus Schüttfort einen angekündigten Besuch von neun Gästen aus dem Containerdorf für Obdachlose in Neu-Allermöhe. Dabei waren auch 4 der ehrenamtlichen Betreuer/innen des Projekts sowie die Pastorin der Assisi-Kirche, Annette Sandig. Alle neun Obdachlosen durften sich ein paar feste Schuhe für den Winter aussuchen. Schon im vergangenen Jahr hat die SHiP die Beschaffung von 10 dringend benötigten neuen Matratzen gefördert. In diesem Jahr gab es den Wunsch aus der Gemeinde, gute Winterstiefel für ihre Gäste zu beschaffen und zu Weihnachten zu verschenken. Das haben wir gerne aus dem Fördertopf mit 800€ unterstützt.

Das kleine „Container-Dorf“ direkt neben der Franz-von-Assisi-Kirche in Neuallermöhe bietet seit 2002 im Rahmen eines Winter-Notprogramms ein Obdach für Wohnungslose. 10 Plätze im Winter und seit 2014 auch 6 Plätze im Sommer. Das „Dorf“ wird ergänzt durch einen Toiletten-Container mit Dusche, WC und Waschmaschine, dann gibt es noch ein kleines Holzhaus mit Wäsche-Trockner und Abstellmöglichkeiten.
Die Arbeit der Ehrenamtlichen (z.Zt. knapp 10 Personen) besteht im Wesentlichen aus der Betreuung der von der Beratungsstelle für Obdachlose zugewiesenen Gäste (wie die Obdachlosen hier genannt und begriffen werden).
An mehreren Tagen finden gemeinsame Treffen statt, auf denen die Sorgen und Probleme der Gäste besprochen werden (sogenannte Dienste der Ehrenamtlichen).
Es sind ganz allgemein administrative und logistische Aufgaben zu erledigen (Spenden, Öffentlichkeitsarbeit, Einkauf, Kontakt zu Behörden, zur Container-Firma usw.).
Dann aber die eigentliche Arbeit mit den Gästen, dazu zählen Beratung zu Antragstellungen bei den Behörden, bei der Rentenversicherung, Kontakt zu Ärzten und einer Zahnärztin (kostenlose Behandlung), gemeinsames Kochen, Organisation von Ausflügen und Feiern, Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.
Die SHiP zollt der Gruppe von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, aber auch der Gemeinde, großen Respekt für ihr Durchhaltevermögen bei der sicher nicht immer einfachen Arbeit.

Jetzt kann der kalte Winter auch in das Obdachlosendorf in Neuallermöhe einziehen.