Wenn Lachen die beste Medizin ist, dann ist ein guter Clown der beste Arzt. (*)

Die SHiP finanziert einen Clown-Workshop für die ehrenamtlichen Begleiter/innen des Bergedorfer Hospizdienstes

Seit 2001 begleiten die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Hospizdienstes Bergedorf e.V. schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen. Der Verein mit Sitz in der Riehlstraße in Lohbrügge betreibt kein stationäres Hospiz, sondern arbeitet ambulant. Die etwa 40 ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter besuchen die Menschen in ihrem gewohnten Zuhause, im Pflegeheim oder Krankenhaus und kümmern sich um die Sorgen und Nöte der Schwerkranken und auch deren Angehörige, und zwar kostenlos. Der Verein unterhält eine Telefonhotline (24 Stunden) und beschäftigt zwei hauptamtliche Koordinatorinnen. Der Hospizdienst finanziert sich im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.
Schon im letzten Jahr hat die SHiP die Ausbildung zweier ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen zur Trauerbegleiterin gefördert.
In diesem Jahr hat sich der Verein eine besondere Veranstaltung für seine Mitglieder ausgedacht: ein eintägiger Workshop mit der Clownin Kerstin Müller mit dem Ziel,
clowneske Techniken, Improvisation und Präsenz zu erlernen und anzuwenden. Darüber hinaus sollte der Workshop der Teambildung und Stabilisierung dienen.
Eine großartige Idee, finden wir von der SHiP, und haben den Tag gerne gefördert.
Am 23.2. war es soweit: mit Spannung nahmen 21 Mitglieder des Vereins an dem Workshop teil. Die Ziele wurden erreicht und es war ein unvergesslicher Tag, wie der Bericht eines Teilnehmers beweist:

Der Clown-Workshop:

Es hatten sich 19 Frauen und 2 Männer aus dem Hospizverein Bergedorf e.V. eingefunden mit ungewissen Vorstellungen, was da nun passieren sollte.
Aber auch die Referentin Frau Müller war schon um 4 Uhr aufgewacht, weil sie nicht wusste, was macht die Gruppe mit ihr und dem Thema.
So begannen wir um kurz nach 10 Uhr mit einer Vorstellungsrunde, bei der jeder in die Hände klatschte und dem linken Nachbarn seinen Namen sagte.
Dann übten wir um etwas locker zu werden den Blickkontakt kreuz und quer im Kreis hin und her. Da gab es schon die ersten Lacher, wenn sich zwei angesprochen fühlten.
Uns wurde erklärt, dass die Clown Arbeit viel mit gehen zu tun hat. Also gingen wir nun im Raum herum und achteten dabei auf die Anderen. Wir mussten darauf achten, wenn einer stehen blieb mussten alle stehen bleiben, wenn einer weiterging, durften alle weitergehen! Denn Achtsamkeit ist ein wichtiger Punkt in dieser Arbeit.
Es gab keine Regeln, aber eine Regel war „Alles ist erlaubt und wir machen nichts falsch.“ Es gab immer wieder viel Anlässe zu lachen
…..
Dann hat Frau Müller ihre Puppe Nick vorgeführt, eine gute Methode, weil man sich mit der Puppe so über andere unterhalten kann und nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsene lassen sich davon in den Bann ziehen.
Ebenso das Gespräch mit einem einfachen Stock, der einem dann etwas ins Ohr flüstert. Es ist eine gute Art indirekt ein Thema anzusprechen.
Sie hat es dann auch mit einem Kochlöffel geschafft, eine ältere Teilnehmerin zu animieren, die so ihre Zweifel hatte, mit dem Kochlöffel ein Gespräch zu führen!!
Da haben wir alle nur gestaunt, und es machte einfach Spaß, es selber einmal auszuprobieren.
…...
Die Art wie Frau Müller uns durch den Tag geführt hat war herzerfrischend.
Wir sind alle dankbar, dass wir diesen Tag so miterleben durften, und es war weit mehr als alle es erwartet hatten.
Dieses Achtsamkeitstraining bleibt uns sicher allen noch sehr lange in Erinnerung.

Fotos Quelle: Bergedorfer Hospizverein

(*) Siegfried Wache (* 1951), Buchautor