Jungentreff schippert mit dem Ewer in den Hamburger Hafen

Die SHiP fördert einen Ewer-Törn für die Jungen vom AWO-Jungentreff aus Lohbrügge

Einweisung beim Start in Bergedorf

Begeisterte Ankunft an der Elbphilharmonie

Eingang AWO Jungentreff plus

Die Stiftung Haus im Park kooperiert schon seit einigen Jahren mit dem Förderverein Vierländer Ewer e.V. (www.vierlanden-ewer.de). Neben der Förderung von konkreten Vorhaben (wie z.B. einer Regenplane) wollen wir regelmäßig Touren mit dem Bergedorfer Ewer für Menschen mit geringem Einkommen ermöglichen. Einen Beispielbericht aus dem letzten Förderjahr finden Sie hier.

Im Juli war es wieder soweit, in diesem Jahr hat die SHiP - Stiftung Haus im Park dem 
Jungentreff aus Lohbrügge eine Fahrt mit dem Bergedorfer Ewer inklusive Verpflegung zugesagt. Die Verpflegung haben die Jungs dann selbst übernommen. Gutes Wetter, gute Stimmung - schön war's mal wieder.

Was ist der Jungentreff?

Der Lohbrügger AWO-Jungentreff existiert schon seit 16 Jahren. Er ist ein Angebot an Jungen im Alter von 8-14 Jahren und findet in den eigenen Räumen des Vereins statt (im Bille-Bogen, Walter-Freitag-Straße 8). Dort können die Jungs ihre Sorgen loswerden, gemeinsam kochen, lernen, klönen, chillen, Filme gucken, spielen und noch einiges mehr. Einmal in jedem Monat wird ein gemeinsamer Ausflug unternommen, in jedem Sommer wird eine Ferienfahrt gemacht. Für derzeit bis zu 70 Jungen ist der AWO-Jungentreff wie ein zweites Zuhause. „Die meisten kommen aus sozial und finanziell schwachen Familien. Deshalb müssen wir gerade diese Kids zu uns holen, um auch ihnen eine Chance an gesellschaftlicher Teilhabe zu geben“, sagt Torben Köhler, der Leiter des Jungentreffs.
Eine ganz große Sache, finden wir.

Torben Köhler schildert seine Eindrücke von der Fahrt in einem interessanten Bericht:

Eine aufregende Fahrt mit dem Ewer
Der AWO Jungentreff im Billebogen unternahm am 17.7.2019 eine zweigeteilte Fahrt mit dem Ewer des Fördervereins Vierländer Ewer e.V.: Die erste Gruppe, Jungen im Alter von 8 – 14 Jahren und Besucher des Jungentreff, traf sich am Morgen im Bergedorfer Hafen, enterte den Ewer und fuhr 3 ½ Stunden vom Serrahn über die Dove-Elbe, zwei Schleusen passierend, die Norderelbe entlang bis in den Hamburger Sandtorhafen und legte in Sichtweite zur Elbphilharmonie an.
Die Bedeutung und Bauweise eines Gemüse-Ewers konnten die Jungen durch die fachmännische Begleitung zweier Fördervereinsmitglieder erfahren und bestaunen. Trotz der Tatsache, dass ihnen viel „Sitzfleisch“ abverlangt wurde, nahmen sie interessiert am Streckenverlauf teil. Als der Jungentreff einige Wochen später in einem Bus auf dem Weg zum Heidepark die Elbbrücken überquerte, stellten einige Jungen fest, dass sie mit dem Ewer unter eben dieser Brücke unterdurch gefahren sind. Für alle an der Ewerfahrt teilnehmenden Jungen war es das erste Mal, dass sie auf der Elbe von Bergedorf in den Hamburger Hafen fahren konnten.
Während der Fahrt wurden die mitgebrachten Lebensmittel zu einem Frühstück an Bord genutzt und so entstand eine gemütliche Atmosphäre, die bei der Einfahrt in den Hamburger Hafen einer eher aufgeregten Unruhe wich. Viele, zum Teil sehr große Schiffe mit ihren enormen Ladungen konnten bewundert werden, bevor der Ewer im Traditionshafen am Sandtor anlegte. Die Gruppe des Jungentreff ging von Bord und machte sich auf den Weg zum „Michel“, der zu Fuß erklommen wurde, was ein anstrengender Ausgleich zu der gemächlichen Ewerfahrt war.
Nach einem kurzem Zwischenstopp an einem Wasserrastplatz machte sich diese Gruppe per Bahn auf den Heimweg.
Im Sandtorhafen betraten derweil die Besucher des Jungentreff Plus (junge Männer mit und ohne Fluchterfahrung ab 16 Jahren) nach einem Rundgang durch den Hafen den Ewer und machten sich von dort aus auf den Weg zurück nach Bergedorf. Die beiden Bootsführer veranstalteten eine kleine Rundfahrt durch die Speicherstadt und einen Hafenabschnitt, in dem historische Schiffe liegen und erklärten die jeweilige frühere Nutzung der Schiffe. Auch diese Gruppe konnte sich auf dem Weg mit einem mitgebrachten Imbiss stärken.
Auf dem für die Besucher des Jungentreff Plus unbekannten Weg ging es die Norderelbe und die Dove-Elbe entlang Richtung Bergedorf. Die Passage der Schleusen erregte besonderes Interesse, waren doch die Teilnehmer wenige Tage zuvor auf der Mecklenburgischen Seenplatte selbst mit dem Floß durch Schleusen gefahren, die allerdings ob ihrer Größe anders zu befahren waren.
Auch die entlang des Wasserweges zu bewundernden Tiere fanden viel Beachtung. Die enorme Anzahl an Gänsen erstaunte die jungen Männer und führte zu Diskussionen. Und ganz besonders die Hausboote, die auf der Strecke liegen, wurden zur Kenntnis genommen und fotografiert. Es wurde lange über die Möglichkeit des Wohnens auf dem Wasser gesprochen und während es für die einen eher abschreckend wirkte, war für andere eine sehr wünschenswerte Vorstellung.
In abendlicher Stimmung erreichte der Ewer den Bergedorfer Hafen und die Teilnehmer verließen das Boot, nicht ohne sich bei den Bootsführern ausführlich zu bedanken.