Kollektives Gedächtnis

Für die Redaktion des Jung Alt Projekt werden noch Seniorinnen und Senioren gesucht, die Lust auf das gemeinsame Arbeiten an Zeitzeugenberichten haben.

Ein Bericht von Ursula Tenne:

Seit 16 Jahren bin ich nun dabei.Wo? Beim Kollektiven Gedächtnis. Das hätte ich sicher nicht gemacht, wenn ich nicht von diesem Projekt so überzeugt gewesen wäre, wenn ich nicht so viel gelernt hätte und wenn ich nicht so viel Interesse und Freude daran gehabt hätte, mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten und von ihnen so allerhand zu lernen.

Unsere Sitzungen, die ca. alle 6 Wochen stattfinden, laufen – in Kürze beschrieben - in etwa so ab:Mittwoch, 10 Uhr im Haus im Park am Gräpelweg. Eine Gruppe von etwa5 Schülern und 8 Senioren trifft sich zur Redaktionskonferenz: Sie sitzt am Tisch und diskutiert über Texte zur deutschen Geschichte, geschrieben entweder von Zeitzeugen selbst oder Schülern, die Menschen vorher interviewt haben. Das Team redigiert die Texte, bevor sie auf die Homepage vom Kollektiven Gedächtnis gestellt werden.

Ein Mal im Jahr wird ein gemeinsames Wochenende in Hamburgs Umgebung gemacht (z.B. in den letzten Jahren nach Stade und Glücksstadt). Dort wird nicht nur gearbeitet (Berichte geschrieben, diskutiert, Filme gedreht), sondern auch das gesellige Beisammensein kommt nicht zu kurz, wenn Jung und Alt abends fröhliche Stunden miteinander verbringen.An solchen Wochenenden wird mir immer wieder klar (und nicht nur dann), wie durch dieses Miteinander-Arbeiten und das Freizeit-Zusammensein das Verständnis füreinander zwischen den Generationen gefördert wird.

Warum hat vor 16 Jahren der Lehrer Manfred Schulz, ehem. Lehrer am Gymnasium Lohbrügge, die Initiative ergriffen und dieses Projekt ins Leben gerufen?

Er wünschte sich:

Mehr Begegnung und Erfahrungsaustausch zwischen Jung und Alt

Mehr Kommunikation zwischen den Generationen

Lernumgebungen für gesteuertes Lernen schaffen

Neue Medien (Computer, Internet sinnvoll nutzen)

Begegnung mit der Jugend

Ziel der Projektes war und ist nach wie vor:Den Dialog und das Verständnis zwischen den Generationen zu fördern.

Um zur damaligen Zeit Interesse an diesem Projekt zu wecken, wurde ein Flyer entworfen, auf dem u.a. in Kurzform zu lesen war:

  Sie erzählen oder schreiben von der Zeit von 1900 bis heute

  Wir drucken und veröffentlichen im Internet alles, was nicht vergessen werden             soll, was nicht vergessen werden darf.

An diesen damals festgelegten Grundsätzen hat sich kaum etwas geändert, außer dass die Begebenheiten und Erlebnisse der Gegenwart inzwischen in das Gesamtrepertoire Einzug gehalten haben.Eine evtl. lang gehegte Absicht, die eigenen Lebenserfahrungen aufzuschreiben, wurde hiermit in einigen Fällen wahrgemacht.

Die Leitung dieses Projektes haben heute Antje Böker und Patricia Reimers mit Schülern der Stadtteilschule Bergedorf übernommen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Interesse bekommen haben, bei uns mitzumachen. Informieren Sie sich gern in der Geschäftsstelle der SHiP – Stiftung Haus im Park. Sie können auch unverbindlich bei einer unserer Sitzungen vorbeischauen.

Die Zeitzeugenberichte können Sie lesen im Internet unter der Adresse:

www.kollektives-gedaechtnis.de

(Es handelt sich hier um eine alte Website. Wir arbeiten z.Zt. an einer neuen Präsentation, die aber frühestens im Herbst fertig gestellt sein wird).