Waldwesen, Kobolde, Elfen und Vogelwesen im Bergedorfer Wald

Die SHiP fördert ein neues Filmprojekt mit Flüchtlingskindern der Wohnunterkunft Brookkehre mit 3.500 Euro

Schon seit 5 Jahren fördern wir in jedem Jahr ein Filmprojekt mit Flüchtlingskindern aus der Wohnunterkunft Brookkehre in Bergedorf. Das Sommerprojekt wird geleitet von den Initiatorinnen Regine Uhlig, Ute Klapschuweit, den Filmemachern von „yeahimakemovies“ sowie vielen ehrenamtlichen UnterstützerInnen.

In den vergangenen Jahren entwickelten die Engagierten mit den Kindern gemeinsam ein Thema, inspiriert durch Besuche in Museen und Kunsthäusern. Dann wurde gebastelt, gezeichnet, gemalt, erzählt und schließlich entstanden daraus Zeichentrickfilme wie DER DRACHE, EIN SONNTAG IM DSCHUNGEL, VON PIRATEN UND PRINZESSINNEN, OPA ODO UND DER SCHATZ.

In diesem Jahr sollte kein Zeichentrickfilm entstehen, sondern ein Realfilmprojekt, in dem mit Verwandlung, Verzauberung und märchenhaften Elementen gearbeitet wird. Besonders in diesem Jahr, nach dem langen Schul-Lockdown, war es wichtig, den Kindern in der schulfreien Zeit Anregungen und Abwechslung zu bieten. Gedreht wurde im Bergedorfer Gehölz, mit selbstgestalteten Kostümen und Objekten, mit Naturmaterialien, Fäden, Tüchern usw.

Alles nicht so einfach unter den Bedingungen der Pandemie. Die Kinder wurden in vier Gruppen eingeteilt, die ihre eigenen Kostüme hergestellt haben. Und so kam es, dass im Bergedorfer Gehölz im Sommer die Waldwesen, die Kobolde, die Elfen und die Vogelwesen ihren Auftritt vor der Kamera hatten.

Der Film ist jetzt fertig und wir freuen uns, ihn hier zeigen zu dürfen.

Die Initiatorinnen haben uns einen Bericht über ihr Projekt geschickt, hier ist er:

 

Sommerprojekt 2020 – ein Film im Wald

 

Beteiligte

20 Kinder bzw. Jugendliche aus 7 Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan, Irak, Serbien, Somalia und Syrien. 5 Jungen und 15 Mädchen im Alter von 4 – 12 Jahren.

Um den Corona-Bedingungen gerecht zu werden, haben wir 4 Gruppen gebildet, in denen jeweils nur Kinder aus einer Familie bzw. 2 befreundeten Familien waren.

Künstlerische Betreuung

Ute Klapschuweit (Künstlerin und Kunstpädagogin), Regine Uhlig (Lehrerin im Ruhestand (Deutsch, Englisch, Darstellendes Spiel, Kunst), Paul Uhlig (Buch, Regie, Musik, Produktion), Max Berg (Kamera), Jan Steffens (Tonaufnahmen, Postproduktion)

Weitere Unterstützung durch 4 erwachsene Mitglieder aus den Familien der Kinder und 5 Menschen aus unserem Freundeskreis

Ablauf des Projekts

Gedankliche Vorläufer zu dem Projekt gab es schon im Februar 2020, als wir mit den Kindern Masken und Hüte gestalteten und sie in der Kunsthalle auf Bildern von Tiepolo Karnevals- und Commedia-Kostüme erleben konnten.

An das Thema „Verkleiden“ konnten wir also bei den ersten Treffen mit jeder der 4 Gruppen anknüpfen. Jede Gruppe hatte für die Geschichte im Wald ihr eigenes Thema mit entsprechenden Rollen und Kostümen – die Waldwesen, die Kobolde, die Elfen und die Vogelwesen.

Im nächsten Durchgang machten wir mit jeder Gruppe einen Ausflug in den Wald (das Bergedorfer Gehölz an dem an Wentorf grenzenden Ende). Die Kinder konnten den Wald erkunden, die für den Film geplanten Aktionen ausprobieren und am Ende gab es ein gemeinsames Picknick.

In der letzten der 5 Ferienwochen wurden dann die Filmszenen gedreht. Das waren lange Tage, zumal wir den kleinen Schauspielern immer wieder auch Pausen gönnen mussten. Aber die Kinder haben neben konzentriertem Einsatz auch immer wieder spielerische Freiräume für sich entdeckt und genutzt.

In den letzten Ferientagen wartete dann noch eine kleine künstlerische Aufgabe auf die Kinder: jedes Kind sollte sich in seiner eigenen Rolle zeichnen. Diese Selbstportraits und andere Bilder vom Wald sind Teil eines Buches, das in dem Film eine Rolle spielen wird.

Bewertung

Nach unserem Eindruck hatten die beteiligten Kinder viel Spaß an dem Projekt, auch wenn einige von den Kleinsten die Abläufe beim Filmen nicht immer ganz nachvollziehen konnten. Unter „normalen“ Bedingungen hätten wir auch eine Altersgrenze nach unten gesetzt, aber da wir uns zur Sicherheit fast nur auf Familiengruppen beschränken mussten, konnten wir auch die kleineren Familienmitglieder mit einbeziehen.

Gleichzeitig waren aber durch die Beschränkung auf Familiengruppen ein paar Einzelkinder aus der Unterkunft, die auch gerne mitgemacht hätten, ausgeschlossen.

Für uns war das Projekt eine intensive Zeit, in der wir an 12 Tagen viel Zeit mit den Kindern verbracht haben – besonders an den Filmtagen - ganz abgesehen von den umfangreichen Vorbereitungen und der Herstellung der Kostüme. Für jedes der Kinder waren es dagegen nur 3 Termine, aber mehr war in Coronazeiten nicht möglich, da wir ja nie mit allen Kindern gleichzeitig etwas machen konnten. Es bleibt für die Kinder aber die Erinnerung an ein anregendes Projekt und die Freude über einen gelungenen und ganz besonderen Film, in dem sie eine Rolle spielen.

 

Regine Uhlig & Ute Klapschuweit

August 2020