Wie zeigt man „Liebe“ in der Gebärdensprache?

Die SHiP ermöglicht den Kindern der Stadtinsel Bergedorf-West einen Besuch des Projekts „Dialog im Stillen“ - eine neue Erfahrung. 

… gar nicht so einfach, Dinge nur durch Betasten zu erkennen...

Bereits im letzten Sommer - als Ausflüge noch möglich waren - haben die Kinder der Lerninsel aus Bergedorf-West den „Dialog im Stillen“ in der Hafencity besucht. Jetzt hat uns der Verein Stadtinsel e.V. einen Bericht geschickt. Wir von der SHiP freuen uns, den Kindern einen lehrreichen und zugleich lustigen Tag ermöglicht zu haben. Immer wieder gerne!

Eintauchen in eine andere Lebenswelt

Unserer „Lerninsel“ in Bergedorf-West konnten wir in diesem Sommer mit einem Ausflug zu „Dialog im Stillen“ ein besonderes Highlight bieten, das wir gerne mit euch teilen möchten:
Schon durch die Hafencity zu laufen zum Gebäude von „Dialog im Stillen“ war toll für die Kinder, weil sie nicht so oft in anderen Stadtteilen sind. Kaum angekommen, gingen sie im Eingangsbereich gleich zu den aufgestellten Touch-Screens, mit denen man einzelne Gebärden ausprobieren kann, oder sie liefen zu Tischen, an denen man bestimmte Gegenstände erfühlen kann. Auch die erhabene Blindenschrift lockte einige Kinder an. So gab es sofort für alle einen ganz spielerischen Zugang zum Thema Tasten, Fühlen und Gebärden.
Mit schalldichten Kopfhörern ausgestattet wurden die Kinder dann von gehörlosen Experten durch die Räume geführt. Für die Kinder war es eine ganz besondere Erfahrung, dass ihre Guides nicht hören konnten. So sollte man beispielsweise „Liebe“ mit Gesten darstellen und es war toll, was sich die Kinder alles ausdachten von mit Händen geformten Herzen bis hin zu gespielten Umarmungen. Es war schön zu erleben, wie schnell die Kinder lernten, die Guides zu verstehen – ganz ohne Sprache. Etwas später wurde den Kindern dann eine Dialogsituation beigebracht. Zwei Kinder durften sich zur Frage „Was magst du?“ unterhalten, wobei die Frage „Was magst du?“ in Gebärdensprache ausgedrückt werden sollte, was die Kinder erstaunlich schnell umsetzen konnten. Auch die Antwort musste pantomimisch vermittelt werden, und es war lustig, wie die Kinder Schokolade oder Eis ausdrückten.
Abschließend saßen die Kinder dann wieder ohne Kopfhörer mit einem Gebärdendolmetscher zusammen und konnten die gehörlosen Experten alles Mögliche fragen. Und wir merkten, dass sie sich Gedanken darüber gemacht hatten, wo es Situationen geben könnte, in denen die lautlose Kommunikation an Grenzen stößt. So fragte beispielsweise Samuel „Was machst du denn, wenn jemand im Bus aussteigt und seine Mütze liegen lässt?“ Eine kluge Frage oder?

Bericht und Fotos von Stadtinsel e.V.: https://stadtinsel-hamburg.de